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Mordsteine:    Leseprobe 1 | Leseprobe 2 | Leseprobe 3

Das Ding im See

Als Senja eines morgens allein auf den See fährt, um ein paar Fische zu fangen, wird ihr Boot von etwas Unheimlichem attackiert. Daraufhin machen sich Alexandra, Tom, Senja und Jens mit einer Großfischangel auf die Jagd nach dem Ungeheuer. Doch im Nebel und Regen verfahren sie sich auf dem See, sie wissen bald nicht mehr, wo sind, doch da beißt das vermeintliche Untier tatsächlich an. Ein zäher Kampf beginnt, in dessen Verlauf das Boot mit Alexandra und Senja verschollen geht. Alexandra kann sich mit einem mutigen Sprung ins Wasser retten, doch wo ist das Boot, wo ist Senja? Tom erzählt:

Da erschien etwas im Nebel. Zuerst sahen wir, wie sich das Boot mit Senja auf einem riesigen schwarzen Rücken aus dem Wasser hob. Neben ihr tauchte ein vermoderter Baum auf. Das Boot geriet ins Rutschen und glitt lautlos ins Wasser. Hastig zog Senja das andere Ende der Schnur zu sich heran. Immer wieder drehte sie sich um. Und dann geschah es.

Auf dem schwarzen Rücken des Untiers bildete sich eine riesige Beule. Sie platzte mit einem schmatzendem Geräusch und an ihrer Stelle öffnete sich ein grauenvolles zahnloses Maul. Senja würde samt Boot hineinpassen. Schlamm quoll aus dem Rachen des Ungeheuers, durchsetzt mit Knochen und Totenschädeln. Die Bestie kotzt sich aus! Doch dann fiel das Ungeheuer wie eine riesige Qualle in sich zusammen und versank in der Tiefe.

Wir hatten völlig entseelt weitergezogen und Senjas Boot kam endlich längsseits. Jens sprang hinüber. Um uns brodelte das Wasser und förderte stinkende Fetzen des Ungeheuers zutage. Es schien, als hätte es eine Bombe gefressen, die eben in seinem Innern explodiert war.

Hinter uns tauchte etwas Riesenhaftes aus dem Nebel. Es sah aus wie ein gigantischer Tintenpilz. Doch Senjas geübtes Auge hatte die Erscheinung schnell enträtselt.
"Das ist die große Trauerweide neben unserem Steg! Dort ist das Ufer!"

Sofort begannen wir zu rudern. Um uns trieben zahllose schwarze Fetzen des Untiers. Mit einem Ruderschlag hob ich ungewollt einen dieser Fetzen aus dem Wasser, der auf dem glatten Holz zu mir heranglitt und patschend gegen die Bootswand schlug. Voller Ekel betrachte ich das Stück.

Da fielen weiße Lichtkegel aus dem nebligen Himmel zu uns herab und tasteten sich suchend über den See.

"Ruhe!" schrie Alexandra. "Hört ihr? Ein Hubschrauber!"

Das Brummen wurde lauter, dann senkte sich ein grauer Schemen herab. Eine Lautsprecherstimme ertönte. Am Ufer standen mehrere Autos mit drehenden Blaulichtern. Ein Boot wurde abgeladen und eilig zu Wasser gelassen. Wir hörten, wie ein Motor angeworfen wurde, dann raste das Boot hinaus auf den See. Endlich erreichten wir das Ufer und wankten zu den Fahrzeugen. Dort nahm man uns mit Decken und heißen Getränken in Empfang. Mit leeren Augen saßen wir in einem Kleintransporter und starrten durch die offene Tür nach draußen. Dort liefen vermummte Gestalten mit Meßgeräten umher.

"Hallo", rief Senja zaghaft. Eine der Gestalten blieb stehen. "Ist sie wieder weg?" fragte Senja.

Die Gestalt stellte das Meßgerät ab und trat heran.
"Ich verstehe Ihre Frage nicht ganz."

Die anderen zunächst auch nicht. Was hat Senja gesehen? Und warum häufen sich solche merkwürdigen Ereignisse vornehmlich um Alexandra und Senja? Wie diese Erlebnisse auf geheimnisvolle Weise miteinander verwoben sind und welche unheimliche Macht dabei zu Werke geht, wird im Verlaufe der weiteren Geschichten aufgeklärt.

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