Mordsteine:
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Das Ding im See
Als Senja eines morgens allein auf den See fährt, um ein paar
Fische zu fangen, wird ihr Boot von etwas Unheimlichem attackiert.
Daraufhin machen sich Alexandra, Tom, Senja und Jens mit einer
Großfischangel auf die Jagd nach dem Ungeheuer. Doch im Nebel und
Regen verfahren sie sich auf dem See, sie wissen bald nicht mehr, wo
sind, doch da beißt das vermeintliche Untier tatsächlich an.
Ein zäher Kampf beginnt, in dessen Verlauf das Boot mit Alexandra
und Senja verschollen geht. Alexandra kann sich mit einem mutigen Sprung
ins Wasser retten, doch wo ist das Boot, wo ist Senja? Tom erzählt:
Da erschien etwas im Nebel. Zuerst sahen wir, wie sich das Boot mit Senja
auf einem riesigen schwarzen Rücken aus dem Wasser hob. Neben ihr
tauchte ein vermoderter Baum auf. Das Boot geriet ins Rutschen und glitt
lautlos ins Wasser. Hastig zog Senja das andere Ende der Schnur zu sich
heran. Immer wieder drehte sie sich um. Und dann geschah es.
Auf dem schwarzen Rücken des Untiers bildete sich eine riesige Beule.
Sie platzte mit einem schmatzendem Geräusch und an ihrer Stelle
öffnete sich ein grauenvolles zahnloses Maul. Senja würde
samt Boot hineinpassen. Schlamm quoll aus dem Rachen des Ungeheuers,
durchsetzt mit Knochen und Totenschädeln. Die Bestie kotzt sich aus!
Doch dann fiel das Ungeheuer wie eine riesige Qualle in sich zusammen und
versank in der Tiefe.
Wir hatten völlig entseelt weitergezogen und Senjas Boot kam endlich
längsseits. Jens sprang hinüber. Um uns brodelte das Wasser
und förderte stinkende Fetzen des Ungeheuers zutage. Es schien, als
hätte es eine Bombe gefressen, die eben in seinem Innern explodiert
war.
Hinter uns tauchte etwas Riesenhaftes aus dem Nebel. Es sah aus wie ein
gigantischer Tintenpilz. Doch Senjas geübtes Auge hatte die
Erscheinung schnell enträtselt.
"Das ist die große Trauerweide neben unserem Steg! Dort ist das
Ufer!"
Sofort begannen wir zu rudern. Um uns trieben zahllose schwarze Fetzen des
Untiers. Mit einem Ruderschlag hob ich ungewollt einen dieser Fetzen aus
dem Wasser, der auf dem glatten Holz zu mir heranglitt und patschend
gegen die Bootswand schlug. Voller Ekel betrachte ich das Stück.
Da fielen weiße Lichtkegel aus dem nebligen Himmel zu uns herab
und tasteten sich suchend über den See.
"Ruhe!" schrie Alexandra. "Hört ihr? Ein
Hubschrauber!"
Das Brummen wurde lauter, dann senkte sich ein grauer Schemen herab.
Eine Lautsprecherstimme ertönte. Am Ufer standen mehrere Autos mit
drehenden Blaulichtern. Ein Boot wurde abgeladen und eilig zu Wasser
gelassen. Wir hörten, wie ein Motor angeworfen wurde, dann raste
das Boot hinaus auf den See. Endlich erreichten wir das Ufer und wankten
zu den Fahrzeugen. Dort nahm man uns mit Decken und heißen
Getränken in Empfang. Mit leeren Augen saßen wir in einem
Kleintransporter und starrten durch die offene Tür nach
draußen. Dort liefen vermummte Gestalten mit Meßgeräten
umher.
"Hallo", rief Senja zaghaft. Eine der Gestalten blieb stehen.
"Ist sie wieder weg?" fragte Senja.
Die Gestalt stellte das Meßgerät ab und trat heran.
"Ich verstehe Ihre Frage nicht ganz."
Die anderen zunächst auch nicht. Was hat Senja gesehen? Und
warum häufen sich solche merkwürdigen Ereignisse vornehmlich
um Alexandra und Senja? Wie diese Erlebnisse auf geheimnisvolle Weise
miteinander verwoben sind und welche unheimliche Macht dabei zu Werke
geht, wird im Verlaufe der weiteren Geschichten aufgeklärt.
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